Wir empfehlen im Dezember:


 Mirjam Alberti: Juli Zeh „Neujahr“
Luchterhand Verlag, gebunden, 192 Seiten
ISBN 978-3-630-87572-9, 20,- €

 

Henning ist mit seiner Familie über Sylvester auf Lanzarote. Sein Leben läuft so mittelmäßig, das Gefühl überfordert zu sein, ist sein treuer Begleiter.

 

 

Am Neujahrmorgen radelt er endlich den Berg hoch, der schon seit Tagen ruft. Jeder Höhenmeter wirbelt mehr inneren Staub auf und bringt seine seelischen Wunden an die Oberfläche. Juli Zeh erzählt von einer frühkindlichen Traumatisierung und von der Erleichterung, wenn man endlich weiß, was damals passiert ist.

 

 

Mit ihrer unnachahmlichen Art hat Juli Zeh wieder einen äußerst spannenden Roman geschrieben, den ich bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen konnte.

 

 

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 Frank Schwarz:  Georges Simenon „Maigrets Pfeife“ Bd. 1
Kampa Verlag, Leinen gebunden, 88 Seiten, 2018
ISBN 978-3-311-13101-4, 9,90 €

 

Natürlich handelt es sich bei dieser langen Erzählung um eine Petitesse- aber zum Auftakt der neuen Simenon-Ausgabe im Kampa-Verlag ein wunderbarer Einstieg in den Maigret-Kosmos.

 

Filme schauen allein genügt nicht, die Welt von Kommissar Maigret erschließt man sich lesend, an einem Samstag- oder Sonntagnachmittag, in Hausschuhen im Sessel; rauchend, wenn Sie mögen.

 

Und genau darum geht es: Maigret sucht seine Pfeife, jemand muss diese aus dem Büro gestohlen haben und das ist überhaupt der einzige Grund, der ihn veranlasste, diesem Fall der geschwätzig nervenden Frau mit dem seltsamen Söhnchen nachzugehen, er hat einen Verdacht.

 

Diese wunderbar gelungene Erzählung beschwört die typische Atmosphäre der fünfziger Jahre herauf, die Arbeit der Polizei in jener Zeit, das Leben und Denken der „kleinen Leute“.

 

Ein richtiger Kriminalfall, keine Posse und somit ein wunderbares Geschenk zum Nikolaus oder gar für unter den Baum, zusammen mit einer Flasche Cognac – perfekt!



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 Jeanette Jung: Harald Hartusch „Mystery – Die großen Mythen der Pfalz“
M + H Verlag, kartoniert, 2018, 146 Seiten
ISBN 978-3-9820344-0-9, 16,80 €

 

Nein, hier geht es nicht um mystische oder übernatürliche Vorkommnisse, wie ich zunächst befürchtet hatte. Ein Blick in dieses zeitschriftartige Heft belehrte mich schnell eines Besseren und ließ mich total begeistert zurück, daher jetzt auch diese unbedingte Empfehlung für den Pfälzer Weihnachtsgeschenke-Tisch.


In der Reihe „BonJour Deutschland“ ist diese Broschüre gerade frisch erschienen und macht mit seiner  gelungenen fotografischen Aufmachung und den unterhaltsamen Texten garniert mit praktischen Hinweisen große Lust alle diese „geheimnisvollen Orte der Pfalz“ selbst zu erkunden.


Die Reise geht dabei quer durch die Pfalz vom „Pfälzischen Warlord Franz von Sickingen“ über das „Jungfrauenbett“ als vorchristlichem Kultort in Frankelbach und den König und seine Femme fatale in Edenkoben zu den Rätseln der „Heidenkammer“ in Dahn und dem rekonstruierten Römerschiff in Neupotz und so weiter und so weiter.

 

Den Inhalt wiederzugeben würde hier den Rahmen komplett sprengen. Kommen Sie einfach zu uns in den Laden und verschaffen Sie sich selbst einen Überblick!Denn: In der Pfalz gibt es auch für uns Einheimische noch viel Besonderes und Rätselhaftes aus der Vergangenheit zu entdecken, „Mystery“ kann Ihr Reiseführer dahin werden.

 

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Wir empfehlen im November:


 Jeanette Jung: Fernando Aramburu „Patria“
Rowohlt Verlag, gebunden, 2018, 768 Seiten
ISBN 978-3-498-00102-5, 25,- €

 

„Patria heißt „Heimat“ oder „Vaterland“. Doch was bedeuten diese Begriffe im Baskenland? Dieser Roman eines Mannes aus dieser Region, der seit den 80er Jahren in Deutschland lebt, wurde in Spanien mit vielen Preisen bedacht und das völlig zu recht wie ich finde.
Da ist nicht nur die besondere sprachliche Fertigkeit mit der Aramburu erzählt, sondern auch der zutiefst berührende Inhalt. Bittori sitzt am Grab ihres Mannes, der vor über 20 Jahren von Leuten der ETA ermordet wurde, immer wieder kommt sie dorthin. Heute erzählt sie ihrem verstorbenen Mann, dass die zurückgeht in das Haus, das sie nach dem Mord verlassen hat, da die Anfeindungen der Nachbarn zu groß wurden. Sie will zurück, denn sie will herausfinden, ob der Sohn ihrer damals besten Freundin Miren der Attentäter gewesen ist. Keine leichte Situation für alle Beteiligten.
Aramburu schildert die bedrückende Situation der Jahre, in der die ETA das Sagen im Baskenland hatte und wie die Menschen versuchen damit umzugehen. Er erzählt aber auch davon, wie Familien und Freundschaften an der Situation zerbrechen und vor allem auch davon, wie schnell die Radikalisierung passiert und das Undenkbare denkbar wird. Der Autor hat gesagt, als die ETA noch existierte, hätte er diesen Roman nicht schreiben können. Er lässt alle Beteiligten gleichermaßen zu Wort kommen, wechselt oft die Erzählperspektiven und die Zeiten. Nicht nur deshalb handelt es sich bei „Patria“ um keine leichte Lektüre aber sehr lohnend und deshalb empfehle ich Ihnen diesen Roman heute ganz besonders!

 

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Wir empfehlen im Oktober:


 Mirjam Alberti: Max Scharnigg „Der restliche Sommer“
Campe Verlag, gebunden, 239 Seiten
ISBN 978-3-455-40494-4, 20,- €

 

Wie schön wäre es, wenn Pauls Sommer nur immer so weiter gehen würde.

 

Verliebt reist er mit Sara durch Portugal. Ihre Handys haben sie ins Meer geworfen, vielleicht kehren sie auch nie zurück. Das Geld fließt ja auch kontinuierlich, denn Paul schreibt die Kolumne von August Sternberg, Benimmlehrer und Berater für alle Fragen der Etikette. Dass vielleicht bei ihm im Strandlokal doch mal eine Stückchen Knöchel zu sehen ist und das Hemd nicht perfekt gebügelt ist, das sieht ja keiner.


Doch Zeiten ändern sich, in der Redaktion wird die Bedeutung von Printprodukten diskutiert, junge Frauen rebellieren gegen altmodische Ansichten und Interviews bekommen als Hashtags Explosivkraft.


Charmant und unaufgeregt erzählt Max Scharnigg von Paul und von Menschen, die mit ihm verbunden sind. Mit Augenzwinkern deckt er ihre süßen Träumereien auf und bugsiert seine Protagonisten in die heutige Lebenswelt. Eine beglückende Lektüre.

 

 

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 Jeanette Jung: Nina und Karl-Heinz Zacher mit Dorothea Seitz „Such dir einen schönen Stern am Himmel“ - Krankheit ALS - Die Geschichte eines Abschieds
Fischer Verlag, kartoniert, 2018, 277 Seiten
ISBN 978-3-596-70131-5, 14,99 €

 

Wie ist es, wenn sich schlimmste Befürchtungen bewahrheiten und von einem auf den anderen Tag nichts mehr ist, wie es war? Wenn „mitten im Leben“ auf einmal feststeht: Meine Tage hier auf der Erde sind gezählt, mein Leben geht schon bald unwiderruflich zu Ende?

 
Nina Zacher erkrankt mit Anfang 40 unheilbar an ALS. Die Muskeln versagen nach und nach, der Geist aber bleibt hellwach. Sie zieht sich jedoch in dieser hoffnungslosen Situation nicht zurück. So lange es ihr möglich ist, lassen Sie und später ihr Mann uns an ihrem Schicksal teilhaben. Obwohl dadurch ein sehr trauriges Buch entstanden ist, zeigt uns Nina Zacher damit gleichzeitig, wie wertvoll und kostbar unser Leben hier auf der Erde ist. Die Lektüre erzeugt eine tiefe Dankbarkeit über jeden Tag, der uns geschenkt ist.

 
Dabei bleiben die Autoren stets unsentimental und klar. Die Zachers wollen mahnen und wachrütteln, damit wir bewusst „unseren Weg“ im Leben gehen, denn jeder Tag ist unendlich wertvoll. Nina Zacher lässt dabei auch ihrem Zorn freien Lauf: Dem Zorn darüber wie wir mit Menschen umgehen, die eine Beeinträchtigung haben. Ebenso schildert Sie den Frust und die Trauer, denn sie wird nicht mehr miterleben, wie ihre Kinder aufwachsen. Dieses Buch ist ein Wellenbad der Gefühle. Eine sehr intensive Leseerfahrung, die ich Ihnen unbedingt ans Herz lege!

 

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 Frank Schwarz:  Leon de Winter „Geronimo“
Diogenes Verlag, Taschenbuch, 445 Seiten, 2017
ISBN 978-3-257-24422-9, 13,- €

 

Leon de Winter: Geronimo. Roman. Diogenes Verlag 2017, Taschenbuch.445 Seiten. 13€
ISBN 978-3-257-24422-9
 
Ein Buch über Menschen, die überzeugt sind, das Richtige zu tun und am Ende mit den unabsehbaren Folgen ihres Handelns leben müssen. Es war ja  nur eine Schnapsidee, die die betrunkenen Mitglieder einer amerikanischen Anti-Terror-Einheit bei einem Grillabend ausbrüten: was wäre, wenn der Top-Terrorist Osama bin Laden heimlich entführt und als Infoquelle genutzt werden könnte, statt seinen Tod bei der Ergreifung billigend in Kauf zu nehmen? Es kam anders, wie wir wissen: bin Laden wurde beim Einsatz getötet, der Rest ist Geschichte.


Oder. Oder?? In Leon de Winters Roman sucht ein ehemaliger Angehöriger der Spezialkräfte nach der Wahrheit. Lebt der Terrorist noch? Wer verhört ihn? Was sich wie eine haarsträubende Verschwörungstheorie anhört, ist eine komplexe Geschichte um Wahrheit, Schuld und Verantwortung. Der Amerikaner schenkt einem afghanischen Mädchen die Freude an klassischer Musik und löst einen Strudel aus Glück, Gewalt und Leid aus.

 

Eine atemberaubende Geschichte, die man als große Erzählkunst würdigen oder als Politkitsch verwerfen kann. Urteilen sie selbst.


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Wir empfehlen im September:


 Mirjam Alberti: Wolf Haas „Junger Mann“
Hoffmann & Campe Verlag, gebunden, 240 Seiten
ISBN 978-3-455-00388-8, 22,- €

 

Er ist ein bisschen zu dick und ein bisschen zu jung für sie.
Sie ist ein bisschen zu schön und ein bisschen zu verheiratet für ihn.
Aber sonst läuft es perfekt.


Wolf Haas erzählt vom Sommer eines 13jährigen…

 

Sein Ferienjob an der Tankstelle bringt Bewegung in sein Leben und gipfelt schnell in einem skurrilen Roadmovie nach Griechenland mit dem Lastwagenfahrer Tscho.

 

Frisch und lebendig erzählt Wolf Haas diese Coming of Age-Story – ein wunderschönes Sommerbuch.

 

 

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 Frank Schwarz:  Mick Herron „Slow Horses. Ein Fall für Jackson Lamb“
Diogenes Verlag, gebunden, 472 Seiten, 2018
ISBN 978-3-257-07018-7, 24,- €

 

Wieder mal ein Werk, das so durch und durch british wirkt, dass die deutsche Übersetzung acht Jahre warten musste. Aber es ist  auch etwas sperrig und exzentrisch. Eine exzellente Wiedergeburt des Agentenromans, nur sind diesmal  die Agenten im Lande tätig. Und sie sind Versager.
Die „Slow Horses“ des MI5 sind Agenten des Inlandsgeheimdienstes, die einen Einsatz an die Wand gefahren haben. Weil man sie nicht sofort rauswerfen kann (Vater oder Großvater war mal ein großer Name in der Firma) werden sie im „Slough House (Drecksloch) in einem sehr unattraktiven Gebäude in der Londoner Innenstadt mit unsinnigen Aufgaben betreut. Jackson Lamb ist der Chef dieser Abteilung. Rülpsend und furzend  zieht dieses Unikum eine Schneise durch seine undurchsichtigen Fälle. Hier hat jeder Mitarbeiter Dreck am Stecken und es gibt keinen Grund,  stolz auf diesen Posten zu sein.
In diesem Buch folgen wir River Cartwright auf der Suche nach einem entführten pakistanischen Jugendlichen, den britische Neonazis entführt haben und mit Enthauptung drohen. Fake, Inszenierung oder die Wahrheit. Ein Erfolg könnte Cartwright aus dem „Slough House“ herausbringen. Er riskiert viel in diesem Fall…
Ein sehr origineller Agentenroman nicht nur für Anglophile.


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 Jeanette Jung: Armando Lucas Correra „Das Erbe der Rosenthals“
Lübbe Verlag, gebunden, 2018, 417 Seiten
ISBN 978-3-7857-2602-0, 20,- €

 

Das Berührende an diesem Roman sind die tatsächlichen geschichtlichen Ereignisse, die ihm zugrunde liegen. 1939 nimmt ein Luxuskreuzfahrtschiff Kurs auf eine ganz unluxuriöse Fahrt von Deutschland nach Kuba. Die „St. Louis“ hat über 900 Passagiere an Bord. Juden, die viel Geld ausgegeben haben, um aus Deutschland zu fliehen. Der Autor hat die Irrfahrt dieses Dampfers als Grundlage für seine Geschichte gewählt. Die Erzählerin der Geschichte ist die 11-jährige Hannah. Nach beklemmenden Szenen in Berlin, wo die Luft auch für reiche und bisher angesehene Juden wie die Rosenthals immer dünner wird, erleben wir Hoffnung und Tragik der Reise und der Ankunft in Kuba mit. Gerade aus der Sicht des jungen Mädchens graben sich die geschilderten Ereignisse beim Lesen tief ein.
In einer zweiten Zeitebene macht sich die fast gleichaltrige Enkelin von Hannah, deren  Vater beim Einsturz der Twin-Towers ums Leben kam, im Jahr 2014 zusammen mit ihrer Mutter auf die Spurensuche der Familie nach Kuba. Immer im Wechsel erzählen die beiden Mädchen und so nach und nach entwirren sich die verschlungenen Familiengeheimnisse. Ein sehr eindrucksvolles Buch, das mich noch lange, nachdem ich die Lektüre beendet hatte, beschäftigt hat. Der Autor hat das Buch zwischendrin ergänzt durch „echte“ erhaltene Telegramme an die St. Louis und im  Anhang durch eine Schilderung der tatsächlichen Ereignisse im Jahr 1939. Zusätzlich finden sich  in den Innenseiten des Buchumschlages die Unterschriften der Passagiere, die hofften mit der St. Louis in die Freiheit zu gelangen. Eine ergreifende Lektüre, die ich Ihnen ganz unbedingt ans Herz lege!

 

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Wir empfehlen im August:


 Frank Schwarz:  Sarah Perry „Die Schlange von Essex“
Eichborn Verlag, gebunden, 492 Seiten, 2017
ISBN 978-3-8479-0030-6, 24,- €

 

Der kleine Küstenort Aldwinter im Jahre 1893. Ein Gerücht geht um. Die „Schlange von Essex“ sei zurück, ein geflügelter Drache aus dem dunklen Wasser des Meeres, der schon im Mittelalter die Menschen in Furcht und Schrecken versetzte.  Cora Seaborne ist nach dem Tod ihres Mannes frei, ihren Interessen zu folgen und möchte unbedingt dieser Spur nachgehen, wer weiß, vielleicht lebt eines dieser Vorzeitungetüme noch, von denen in letzter Zeit die Rede ist. In Aldwinter begegnet Cora dem örtlichen Geistlichen, der das Gerücht mit allen Mitteln bekämpft. Sie werden sich schätzen und lieben lernen.
Dieser Roman ist in keine Schublade zu stecken. Er ist natürlich zuerst ein historischer Roman über die viktorianische Zeit, aber er ist mit modernen Mitteln erzählt. Er hat vieles von einem Schauerroman, spielt aber eher mit gruseligen Stimmungen und Landschaftsbeschreibungen. Ich hätte nicht gedacht, dass eine Küste im Nebel so starke Effekte auslösen kann. Es ist auch ein grossartiger Liebesroman, der seinen Figuren sehr viele Nuancen der Gefühle zugesteht. Und er hat eine Fülle von unvergesslichen Nebenfiguren und Handlungen, den Großromanen von Charles Dickens und Wilkie Collins gleich. Dieses Buch ist mit dem Buchpreis für den besten Romans des Jahres in Großbritannien ausgezeichnet worden. Keine leichte Lektüre, aber sehr lohnend.


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 Mirjam Alberti: Judith Stoletzky mit Fotos von Markus Abele „Yoga while you wait“
bjvv-Verlag, 96 Seiten
ISBN 978-3-95453-147-9, 16,- €

 

Omshantischubidubidu. Mit herrlich ironischen Bildern empfiehlt dieses Buch Wartezeiten als Chance zu nutzen. Der Feuerwehrmann, der auf den Einsatz wartet, kann die Yoga-Übung " Der Held " praktizieren. In der Toilettenschlange bietet sich der "Adler" an.

 

Der Fotoband kombiniert kunstvolle, witzige Bilder mit treffenden Titeln. Dazu wird dann ganz sachlich die Yoga-Übung erklärt. Vor allem aber lädt dieses humorvolle Kunstbuch dazu ein, mal wieder herzlich zu lachen. Mir ging es zumindest so, probieren Sie es doch auch einmal aus!

Mit seiner niveauvollen Ironie ist es als Geschenk für Yoga-Freunde geeignet. Ganz ohne Lotusblüten und kitschige Naturfotos aus dem Photoshop ist es eine echte Ermutigung Yoga in den Alltag einzubauen.

Doch auch wer kein Yoga praktiziert und die aktuellen Lifestyle-Modetrends mit Ironie betrachtet wird dort reichlich Stoff für gekonnte Witzeleien finden.

 

 

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 Jeanette Jung: Vanessa Montfort „Frauen, die Blumen kaufen“
Thiele Verlag, gebunden, 2018, 480 Seiten
ISBN 978-3-85179-400-7, 20,- €

 

Mein ultimativer Sommertipp: Nach langer Zeit für mich endlich mal wieder ein Frauenroman, noch dazu ein wunderschöner mit viel Potential zum Nachdenken (vor allem für Frauen natürlich)!!!
Marina, die Ich-Erzählerin lebt in Madrid und versucht den Tod Ihres Mannes zu verwinden. Sie streift durch die Straßen und landet im „Garten der Engel“,  einem verwunschenen Blumenladen auf einem uralten ehemaligen Friedhof.
Olivia, die Inhaberin, stellt die unsichere und in sich gekehrte Marina umgehend als Mitarbeiterin an. Dadurch kommt nicht nur in Marinas Leben viel ins Rollen. Vier weitere Frauen, die regelmäßig im „El Jardin del Angel“ als Kundinnen aus und ein gehen, stehen an Scheidepunkten in ihren Leben. Geschickt versteht es Olivia, die Frauen zusammenzubringen und Freundschaften zu stiften. Diese Freundschaften sind sehr bereichernd für jede Frau auf dem Weg in ein neues unbekanntes Lebensland.
Die lebhaften Diskussionen zwischen den ganz unterschiedlichen Frauen im Alter zwischen vierzig und fünfzig haben mich sehr inspiriert und zum Überdenken eigener Erlebnisse gebracht. Und es wird viel überlegt und gesprochen in diesem Buch – gerade so wie im richtigen Leben zwischen uns Frauen!Als besonderen  Moment hat es die Autorin sich nicht nehmen lassen, selbst aufzutreten in dieser Geschichte. Und am Ende hält das Buch eine anrührende Überraschung für die Leserinnen bereit.

 

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Wir empfehlen im Juli:


 Jeanette Jung: Rana Ahmad „Frauen dürfen hier nicht träumen“
btb Verlag, kartoniert, 2018, 317 Seiten
ISBN 978-3-442-75748-0, 16,- €

 

Erschreckend, ernüchternd, berührend und manchmal nur in Häppchen genießbar: So liest sich die Lebensgeschichte von Rana Ahmad bis zur Ihrer Flucht nach Deutschland.
Saudi-Arabien glitzerndes, reiches Land, gleichzeitig das Land in dem Frauen aber auch gar nichts zu melden haben. Selten wurde mir das in dieser Deutlichkeit klar. Es fällt mir bei der Lektüre dieser Autobiografie schwer die aufkeimende Wut auf solche Ungerechtigkeit zu zügeln. Mädchen, die sich schon im Kindesalter verhüllen müssen, unerfahrene junge Frauen, die von Männern ausgenutzt werden und deren Leben anschließend zerstört ist, Zwangsehen, Frauen, die nur in Begleitung eines männlichen Familienangehörigen aus dem Haus dürfen und dann nur totalverschleiert, Frauen, die nicht arbeiten, nicht studieren, nichts selbständig entscheiden dürfen, wenn der Mann das nicht wünscht – und dass er das nicht wünscht ist die Regel. Und so weiter und so weiter. Dieses Land ist kein Deut besser als andere islamisch geprägte Staaten. Nur hört man nicht viel davon, denn schließlich will es sich der Westen mit den reichen Saudis nicht verscherzen… Hier werden wie an anderer Stelle auch die Rechte von Frauen mit Füssen getreten und die Welt schweigt. Der einzige Trost bei der Lektüre dieses Buches: Man weiß schon von Beginn an, dass es wenigstens diese junge Frau geschafft hat, dem allen zu entkommen. Vielen Dank für diesen mutigen Bericht aus dem Innern eines solchen Lebens. Ich wünsche Ihr, dass sich ihre derzeitige gänzliche Abkehr von jeglicher Religion doch noch wandelt, wenn sie ein weltoffenes und warmherziges Christentum in Deutschland kennen lernt.

 

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 Frank Schwarz:  Lucy Fricke „Töchter“ Bd. 1
Rowohlt Verlag, gebunden, 240 Seiten, 2018
ISBN 978-3-498-02007-1, 20,- €

 

Zwei Frauen brechen auf zu einer Reise in die Schweiz, mit einem todkranken Vater auf der Rückbank. Martha und Betty kennen sich seit zwanzig Jahren und entscheiden sich fürs Durchbrettern. Doch nichts endet, wie man es sich vorgestellt hat, und schon gar nicht das Leben. Und auf einmal sind sie auf einer Fahrt durch Italien und Griechenland auf der Suche nach Herkunft und Heilung. Mit einem Humor aus Notwehr und einer Wahrhaftigkeit, die weh tut, erzählt Lucy Fricke von einer grotesken Reise immer tiefer in die Abgründe der eigenen Geschichte.
Diese Erzählerin hat einen umwerfend trockenen Humor. Vergleiche mit „Thelma & Louise“ oder „Tschick“ verbieten sich die beiden Frauen selbst, denn „wir sind nicht mal unterdrückt“. Dafür lastet das Gewicht des Lebens auf ihnen. Superbuch, ich freue mich auf die Lesung am 30.11.18 in der Stadtbücherei Neustadt.
 
Lucy Fricke ist 1974 in Hamburg geboren und für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet worden. Sie veranstaltet seit 2010 HSM.LIT, das erste Hamburger Fesival für Literatur und Musik. "Töchter" ist ihr vierter Roman.


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